Botanische Dachdecker: Die Gartenpflanzen des Monats im Oktober

Im Sommer kühl, im Winter warm und immer grün, das ganze Jahr über. Ein begrüntes Dach mit Pflanzen wie Fetthenne, Steinbrech und Dachwurz ist nicht nur nachhaltig, sondern auch schön anzusehen.

Ein Schritt in Richtung CO2-Neutralität
Begrünte Dächer sehen nicht nur gut aus, sie sind auch eine sinnvolle Ergänzung der natürlichen Umgebung. Sie erhöhen die Biodiversität des Umfeldes und reinigen die Luft, da die Pflanzen CO2-Emissionen aufnehmen und filtern. Ein grünes Dach zieht Insekten (und damit Vögel) an, ist nachhaltig und isoliert darüber hinaus. Es dämpft nicht nur die Temperatur, sondern auch den Umgebungslärm. Da die Pflanzen Wasser aufnehmen, ist es weniger wahrscheinlich, dass es bei heftigen Niederschlägen zu Überschwemmungen kommt. Ein solches Dach ist nahezu wartungsfrei und fast jede Dachform ist dafür geeignet. Die botanischen Dachdecker eignen sich auch für kleine Dächer wie ein Vordach, das Dach eines Schuppens oder eines Vogelhauses sowie für vertikale Wandgärten.

Das sind die botanischen Dachdecker.

Die Fetthenne blüht in Weiß, Gelb und Rot und zur Gattung gehören neben den bekannten bodendeckenden Mauerpfeffern auch einige etwas höher wachsende Fetthennen-Arten.

Steinbrech wächst in dekorativen Rosetten mit weißen, roten, rosafarbenen oder violetten Blüten, die nicht höher als 15 cm werden.

Dachwurz blüht zwischen April und August mit hellgelben, weißen oder rosafarbenen sternförmigen Blüten, die sich auf spektakulären palmenähnlichen Stielen etwa 10 cm über die Blattrosette erheben.

Steinliebhaber
Steinbrech und Dachwurz sind vor allem in Bergregionen wie den Alpen, Dolomiten und dem Kaukasus zu finden, die Fetthenne wächst auf der gesamten Nordhalbkugel, vor allem in trockenen, felsigen Gebieten und zwischen Mauern und Steinen.

Autarkes Grün
Alle botanischen Dachdecker sind Fettpflanzen (auch Sukkulenten genannt). Eine Sukkulente ist eine Pflanze, die Wasser in der Wurzel, dem Stamm oder dem Blatt speichert, um Trockenphasen überbrücken zu können. Man erkennt sie an den dicken, fleischigen Blättern, die als Wasserreservoir dienen. Die botanische Bezeichnung Sukkulente ist eine Ableitung des lateinischen Worts „sucus“, das „Saft“ bedeutet.

Tipp fürs Dach: Botanische Dachdecker werden fertig zum Verlegen als gemischte Matten angeboten, die man wie einen Rollrasen verlegen kann: ausrollen, etwas gießen, anwachsen lassen.

In 7 Schritten zum begrünten Dach
Schritt 1 Fege das vorhandene Dachmaterial gründlich sauber.
Schritt 2 Stelle sicher, dass das Regenrohr frei bleibt, indem du ein rundes Laubfangsieb darauf legst.
Schritt 3 Lege losen Kies um das Gitter, damit der Boden nicht in das Gitter gespült werden kann.
Schritt 4 Rolle eine Drainagematte auf dem Dach aus und schneide sie auf Maß zu.
Schritt 5 Decke die Matte mit dem künstlichen Pflanzenboden, wie einem Substrat, ab.
Schritt 6 Verteile die Pflanzen auf dem Substrat oder rolle die fertige Sedummatte aus.
Schritt 7 Besprühe das brandneue grüne Dach leicht mit Wasser, damit es Feuchtigkeit aufnehmen kann.

„Landschaftsplanern wird die Möglichkeit eröffnet, skulpturale Dachlandschaften zu gestalten, so dass Städte wie grüne Hügel und Täler erscheinen. Straßen werden zu schattigen Wegen, die quer durch den Bewuchs gelegt werden. Dächer werden zu Berggipfeln.“ Tom Turner

Pflege

  • Zweimal im Jahr werden Unkräuter und Baum-Sämlinge entfernt.
  • Wenn es für sehr lange Zeit sehr trocken ist, kurz mit dem Gartenschlauch besprühen.
  • Einmal im Jahr düngen.

So holst du das Beste aus den botanischen Dachdeckern.
Theoretisch ist es möglich, Blöcke oder geometrische Muster mit Fetthenne, Steinbrech und Dachwurz zu pflanzen. In der Praxis funktioniert eine zufällige Mischung aber am besten: Die Pflanzen bilden so ein schönes Relief, die grünen, rosafarbenen und violetten Töne passen gut zusammen und bilden gemeinsam schnell einen schönen geschlossenen Teppich auf dem Dach.

Hilfe, ich habe kein Dach!
Wenn kein geeignetes Dach vorhanden ist, kannst du Fetthenne, Steinbrech und Dachwurz auch in Schalen und Töpfen über den Garten, die Terrasse oder den Balkon verteilen. Durch die weiche, voluminöse Ausstrahlung wirken sie wie grünen Kissen, die für eine freundliche Atmosphäre sorgen. Außerdem setzen sie frischgrüne Akzente, in einer Jahreszeit, in der das meiste Grün gerade Winterschlaf hält.